Wie bekommt eine Gemeinde einen neuen Pfarrer?

Pfarrer Kai Berger verlässt im Juli unsere Kirchengemeinde und wechselt nach Wuppertal- Beyenburg. Wie bekommt unsere Gemeinde jetzt einen neuen Pfarrer?
Manche meinen, die Landeskirche bestimmt, wer wo Pfarrer wird. Die Pfarrer werden dann eben dorthin versetzt, wo einer fehlt.
Andere meinen, der Vorgänger im Amt hat dies zu organisieren. Er kenne ja vielleicht Pfarrer, die wechseln wollen.
Beides stimmt nicht. Wenn eine Gemeinde einen neuen Pfarrer/Pfarrerin sucht, dann gibt es offizielle Wege, die durch das Kirchenrecht bestimmt sind.

Zunächst muss eine Gemeinde einen Antrag auf Wiederbesetzung beim Kirchenkreis und bei der Landeskirche stellen. Laut Superintendent Knabe wird unsere Pfarrstelle mit einem Stellenumfang von 100% wiederbesetzt werden können, da die Gemeindegliederzahl (3200) für eine Einzelpfarrstelle sehr hoch ist und somit auch noch viele Jahre finanzierbar bleibt.

Unsere Gemeinde hat zur Pfarrstellenbesetzung einen eigenen Pfarrwahlausschuss gebildet, dem die Mitglieder des Presbyteriums angehören. Pfarrer Kai Berger gehört auf eigenen Wunsch diesem Ausschuss nicht an, da er sich nicht in die Pfarrwahl der Gemeinde einmischen möchte. Der Pfarrwahlausschuss wird geleitet von Presbyter Georg-Wilhelm Overbeck.

Die Pfarrstelle kann im Kirchlichen Amtsblatt öffentlich ausgeschrieben werden oder das Presbyterium geht auf interessierte Kandidatinnen und Kandidaten zu und bittet sie um eine Bewerbung.
Erfolgt diese, lädt das Presbyterium zu einem Vorstellungsgespräch, einer Probepredigt und zu einer Probekatechese (Konfirmandenkurs) ein.
In einem Wahlgottesdienst wählt das Presbyterium seinen Kandidaten / seine Kandidatin. Das Wahlverfahren wird neben dem Presbyterium vom Superintendenten begleitet, der der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Wiederbesetzung einer Pfarrstelle ist im Übrigen ein gängiges Verfahren, da die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer unserer Landeskirche mindestens einmal in ihrer Dienstzeit die Stelle wechseln. In unserem Kirchenkreis waren es in den letzten 15 Jahren insgesamt 17 Gemeindepfarrer, die zu uns gewechselt sind.

Möglicherweise gibt es bis zur offiziellen Wiederbesetzung eine Zeit ohne Pfarrer. In dieser Vakanzzeit wird ein Pfarrer des Kirchenkreises damit beauftragt, die Vertretung zu übernehmen. Er ist dann erster Ansprechpartner für alle Amtshandlungen, wie zum Beispiel Beerdigungen.

Die Prädikantinnen unserer Gemeinde (Elke Bosch und Sonja Denke) können um Vertretungsdienste gebeten werden. Sie sind dazu nicht verpflichtet, da sie ja als Prädikanten Ehrenamtliche sind und ihren Dienst immer völlig unentgeltlich versehen. Dies gilt im Übrigen auch für die Mitglieder des Presbyteriums, die ihrem Dienst als Presbyterinnen und Presbyter ebenso ehrenamtlich versehen.

Im Mai hat das Presbyterium beschlossen, Pfarrer Maik Sommer aus Cochem zu einem Vorstellungsgespräch, einem Probegottesdienst und einer Probekatechse einzuladen.

Der öffentliche Probegottesdienst findet am Pfingstsonntag, 9.6.2019 um 10.15 Uhr in der Ev. Kirche Marienheide statt. Dazu ist die Gemeinde herzlich eingeladen.